
- Jörg Knoblauch: Die Personalfalle - Campus-Verlag
Für Professor Jörg Knoblauch vermag allein ein schwaches Personalmanagement Betriebe zu ruinieren. In seinem Buch „Die Personalfalle“ versucht er nicht nur zu erklären, warum das so ist, sondern liefert anhand von plastischen Beispielen aus seiner langjährigen Praxis als Unternehmer und Unternehmensberater das Rezept, um sich aus der Falle zu befreien oder besser erst gar nicht hineinzutappen. „Die besten Mitarbeiter für den jeweiligen Job sind jetzt und in Zukunft der einzige Garant für das dauerhafte Überleben Ihres Unternehmens, während auf der anderen Seite unfähige Mitarbeiter Ihre Firma ruinieren. Übersehen Sie diese Entwicklung, und Sie sind demnächst pleite!“ liest Knoblauch seinen Lesern die Leviten.
Tipps für ein besseres Personalmanagement
Von Vornherein teilt der Professor Mitarbeiter in drei Gruppen: A-Mitarbeiter sind diejenigen, die sich jeder wünscht, zupackend, ideenreich, motiviert. Die wohl am häufigsten anzutreffende Gruppe sind B-Mitarbeiter. Sie erledigen ihre Arbeit, aber achten darauf, nicht zu viel zu tun. Sie „stören nicht“. C-Mitarbeiter sind die teuersten, weil sie dem Unternehmen eher schaden als nützen. Aber so einfach, wie es klingt, ist das nicht. Denn das System ist durchlässig, nach oben und nach unten. Wer C-Mitarbeiter hat, sollte handeln, um sie so schnell wie möglich wieder loszuwerden, rät Knoblauch. Denn besonders sie demotivieren und lähmen A-Mitarbeiter möglicherweise so, dass sie selbst zu B- oder C-Mitarbeitern werden, wenn sie nicht rechtzeitig die Firma verlassen. Als größtes Übel – sowohl bei der Einstellung als auch bei der Entlassung von Mitarbeitern – macht der Autor im komplexen Personalgefüge in Betrieben aller Größenordnungen Inkonsequenz aus. Seine Tipps, diesen und andere Fehler im Personalmanagement zu vermeiden, bietet er zusätzlich zum Buch als Downloads von der Homepage an. Verweise darauf findet man im Buch an den entsprechenden Stellen.
Human Potential Index
Leistung sei in Deutschland offenbar verpönt. Schon in der Schule vermieden Kinder Strebsamkeit aus Angst vor sozialer Isolation. „Dass die A-Mitarbeiter eine viel wichtigere Rolle für den Unternehmenserfolg spielen als jede Strategie“, habe sich vor allem in mittelständischen Unternehmen noch nicht genügend herumgesprochen. Knoblauch begrüßt in diesem Zusammenhang, dass das Bundesarbeitsministerium ein neues Rating-Instrument entwickelt hat, mit dem gemessen werden kann, in wie weit das Personalmanagement zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens beiträgt: der „Human Potential Index“ (HPI). Das Bewusstsein dafür, dass der Wert der Mitarbeiter den Wert des Unternehmens bestimmt und ausmacht, scheint also tatsächlich in den letzten Jahren zu wachsen“, freut sich Knoblauch.
Personalentwicklung und „Recruiting“ haben sich im Laufe der Zeit geändert. Gerade mittelständische Unternehmer können es sich heutzutage nicht leisten, ihr Geld für die falschen Mitarbeiter auszugeben. Deshalb, so das Fazit des Autors, muss das Personalmanagement in den Betrieben die erste Geige spielen.
Jörg Knoblauch: Die Personalfalle. Schwaches Personalmanagement ruiniert Unternehmen, Campus-Verlag, Frankfurt/New York 2010. Gebunden, 222 Seiten, Euro 29,90.
